Kultur­historische Sammlung

Die kulturgeschichtlichen und geschichtlichen Sammlungen der Mühlhäuser Museen stellen den umfangreichsten und vielgestaltigsten Bestand des Hauses dar. Diese sehr heterogenen Bestände, die teilweise bis in die Anfänge des 1879 gegründeten Gewerbemuseums zurückgehen und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch Stiftungen, Schenkungen und Ankäufe erweitert wurden, entsprachen in ihrer Charakteristik bis in die 1970er Jahre denen eines klassischen Heimatmuseums.

 

Mit dem Anwachsen der Bestände und der damit einhergehenden fachwissenschaftlichen Bearbeitung seit den 1950er Jahren, verstärkt aber mit der Einbindung in den Komplex der Zentralen Gedenkstätte „Deutscher Bauernkrieg“ 1975 entwuchs das Haus dem Status eines Heimatmuseums. Es kristallisierten sich einige überregional bedeutende Spezialsammlungen heraus, die zum Teil durch Zuerwerbe beträchtlich erweitert und profiliert werden konnten.

 

Der Altbestand der kulturhistorischen und historischen Sammlungen setzt sich zusammen aus Zeugnissen der städtischen und ländlichen  Alltagskultur vom 18. bis zum 20. Jahrhundert (Mobiliar, Keramik und Glas, bäuerliches und bürgerliches Haus- und Handwerksgerät, Objekte der Notkultur, lokale künstlerische und kunsthandwerkliche Zeugnisse, Textilien etc.). Besonders erwähnenswert ist hier eine Trachtensammlung des späten 19. Jahrhunderts aus der Vogtei Dorla.

 

An neueren Spezialsammlungen sind neben Numismatika (etwa ein nahezu vollständiger Teilbestand an Münzen und Medaillen zu Thomas Müntzer), einer historischen Waffensammlung (dieser Teilbestand wird zielgerichtet um Waffen aus der Bauernkriegszeit wie etwa Bauernwehren erweitert), einer Sammlung historischer Schlüssel und Schlösser zumeist mitteldeutscher Herkunft, die deutschlandweit die zweitgrößte dieser Art darstellt, auch ein kunsthistorisch bedeutender Bestand an spätmittelalterlichen bis barocken Sakralskulpturen, eine lokal bzw. thematisch orientierte Gemälde- und Grafiksammlung mit dem Schwerpunkt der künstlerischen Rezeption von Reformation und Bauernkrieg im 20. Jahrhundert, eine historische Landkartensammlung sowie ein erst in jüngerer Zeit aufgebauter Bestand historischer Ansichtskarten besonders zu erwähnen.

 

Mit der Neukonzipierung der Bestände seit 1994 werden die kulturhistorischen Sammlungen vornehmlich auf die Schwerpunkte reichsstädtische Geschichte sowie Reformation und Bauernkrieg ausgerichtet. Hier liegen auch die wesentlichen Forschungsschwerpunkte des Fachreferats, was sich in der Publikationstätigkeit unseres Hauses spiegelt.

 

Zum Bestand gehören ferner eine umfangreiche Fachbibliothek und zahlreiche Zeitdokumente, Druckschriften, handschriftliche Zeugnisse und historische Fotografien.

Ansprechpartner

Dr. Nora Hilgert
Fachreferentin Kulturgeschichte